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Wirtschaft und Menschenrechte - Jahrbuch Global Compact Deutschland 2018

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AGENDA MENSCHENRECHTE IM

AGENDA MENSCHENRECHTE IM SUPERMARKT 24 globalcompact Deutschland 2018

MENSCHENRECHTE Von Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann Wir lieben unser Smartphone! Aber dass für das Kobalt im Smartphone afrikanische Kinder in Blutminen ausgebeutet werden? Das wollen wir nicht. Wie können wir das verhindern? Was wir im Supermarkt, im Onlineshop oder beim Discounter aus dem Regal greifen, soll keine Menschenrechte verletzen. Ein globales Instrument zum Schutz der Menschenrechte im Supermarktregal stellen auf höchster internationaler Ebene seit 2011 die United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) dar. Auf 42 Seiten beschreiben sie, was die Menschen und ihre unveräußerlichen Rechte in Liefernetzwerken schützen soll. Wie sie das tun, hat System. Due Diligence der Menschenrechte: Die Systematik Nach diesem System durchläuft jedes Unternehmen, das uns Kunden „saubere“ Ware verkaufen möchte, in der Regel vier Schritte. In einem ersten Schritt definiert es mit seinen Lieferanten vertragliche Mindestanforderungen, zum Beispiel: keine Pestizidbomber-Flüge, während die Arbeiter in der Bananen- oder Baumwollplantage arbeiten! Oder eben: Keine Kinder in der Mine! In einem zweiten Schritt werden die Risiken für die Menschenrechte identifiziert, analysiert und priorisiert: Welche Materialen werden im Endprodukt verbaut? Welche davon sind riskant? Wird zum Beispiel wie in Handys, Tablets oder Akkus Kobalt verbaut, springt das Risiko der Blutminen geradezu ins Auge. Jedes Risiko wird priorisiert: Muss es vorrangig behandelt werden? Zum Beispiel Kinderarbeit und Nichteinhaltung von Mindestlöhnen: Beide Risiken müssen unbedingt vermieden werden. Doch bei ihrer Bekämpfung hat bei begrenzten Ressourcen an Zeit, Geld und Arbeitskraft sicher das Risiko der Kinderarbeit Vorrang. In einem dritten Schritt wird dann regelmäßig die Einhaltung der im ersten Schritt vereinbarten Mindestanforderungen überprüft. Also ob wie vereinbart wirklich an jeder zweiten Säule der Werkshalle ein Feuerlöscher hängt. Oder ob tatsächlich keine Kinder durch jene Minenschächte kriechen, die für Erwachsene einfach zu schmal sind. Im vierten Schritt legen die Unternehmen konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen fest. Eine relativ sanfte Maßnahme ist zum Beispiel die Lieferanten-Rüge: „Bitte haltet euch an die Vereinbarung!“ Schärfer wirkt die Drohung: „Macht das endlich, sonst kriegt ihr keine Aufträge mehr von uns!“ Beliebt und wirksam sind auch unterstützende Maßnahmen: „Ihr bekommt eine Prämie, sobald an jeder zweiten Säule ein Feuerlöscher hängt!“ Soweit die Theorie. Wie sieht es in der Praxis aus? Blick in die Praxis: Fehler und Tipps Manchmal wird in der Öffentlichkeit, im Internet oder der Politik die Forderung laut: „Hersteller müssen ihre Lieferanten besser kontrollieren!“ Wie bitte? Große Unternehmen haben oft mehrere Zehntausend Lieferanten. Würden sie alle kontrollieren, müssten sie, salopp gesprochen, mehr Mitarbeiter für die Kontrolle einstellen als für die Herstellung ihrer Produkte. Deshalb wird in der Praxis das Kaskaden-Modell praktiziert: Der Hersteller kontrolliert seine direkten Lieferanten, die direkten Lieferanten kontrollieren ihrerseits ihre direkten Lieferanten – bis alle Stufen der Kaskade mitmachen. Im Modell. >> globalcompact Deutschland 2018 25

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