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Wirtschaft und Menschenrechte - Jahrbuch Global Compact Deutschland 2018

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GOOD PRACTICE

GOOD PRACTICE Digitalisierung – Chancen für Nachhaltigkeit Chemie ist eine Zukunftsbranche – mit innovativen und nachhaltigen Lösungen für ihre Kunden in allen Industrien. Die Digitalisierung eröffnet Chancen in Forschung und Entwicklung, in der Produktion und der gesamten Wertschöpfungskette. Durch die Nutzung von digitalen Technologien und Daten steigern wir die Effizienz und Effektivität unserer Prozesse. So sparen wir Ressourcen – Energie, Rohstoffe und Zeit – und helfen auch unseren Kunden, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Von Frithjof Netzer, Senior Vice President, Head of Project BASF 4.0, und Dirk Voeste, Vice President, Head of Sustainability Strategy, BASF Eine dynamische lnnovationskultur Indem wir die Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpfen, stärken wir unsere Innovationskraft. Die Verarbeitung großer Datenmengen hilft bei der Entwicklung neuer und nachhaltiger Lösungen. Der digitale Ansatz bei BASF verbindet virtuelle Modellierung und Computersimulation mit physischen Experimenten im Labor. Simulationen helfen bei der Ausarbeitung von Experimenten und erleichtern Vorhersagen, während Experimente messbare Ergebnisse liefern und die Computermodelle auswerten. Dadurch gewinnen wir ein besseres Verständnis chemischer Produkte und Prozesse. In unseren Forschungsund Entwicklungsaktivitäten werden wir schneller und unser Angebot können wir besser auf die spezifischen Kundenanforderungen einstellen. Supercomputer Ein wichtiges Instrument unserer digitalen Innovationskraft ist der Supercomputer „Quriosity“, den wir im Oktober 2017 in Ludwigshafen in Betrieb genommen haben. Mit einer Rechenleistung von 1,75 Petaflops (1 Petaflops entspricht einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde) bietet der neue Computer eine etwa zehnmal höhere Rechenleistung als bisher bei BASF insgesamt für wissenschaftliches Rechnen zur Verfügung stand. Insgesamt verging etwas über ein Jahr von den ersten internen Planungsgesprächen bis zum Start der ersten Rechnungen. Mit Quriosity ist die Berechnung sehr viel komplexerer Modelle möglich, bei denen deutlich mehr Parameter variiert werden können. Insgesamt wird so nicht nur eine signifikant kürzere Entwicklungsdauer möglich, sondern es können auch bislang verborgene Zusammenhänge erkannt und genutzt werden. Ein Anwendungsbeispiel unseres neuen Supercomputers sind molekulare Simulationen von Tensid-Formulierungen. Tenside sind ein wesentlicher Bestandteil vieler Produkte des täglichen Lebens wie zum Beispiel Wasch- und Reinigungsmittel oder Hautcremes. Tenside beeinflussen zum Beispiel, wie stark ein Waschmittel schäumt oder wie gut sich eine Creme auf der Haut verteilen lässt. Selbst in sehr niedrigen Konzentrationen können Tenside Strukturen bilden, die die Leistung eines Produktes wesentlich beeinflussen. Dank der enormen Rechenleistung von Quriosity können wir nun Tensidsysteme genau studieren und damit die Forschungs- und Entwicklungsteams dabei unterstützen, in kürzerer Zeit neue, nachhaltigere Formulierungen für Waschund Reinigungsmittel sowie für Körperpflegeprodukte zu entwickeln, die dann den sparsameren Einsatz ermöglichen. Smart Manufacturing Durch den Einsatz von digitalen Technologien und die verstärkte Nutzung von Daten erhöhen wir außerdem die Effektivität unserer Anlagen und die Effizienz unserer Produktionsprozesse. Mit mobilen Endgeräten haben wir Zugang zu relevanten Informationen für unsere tägliche Arbeit. Digital vernetzte Produktionsprozesse verhindern 34 globalcompact Deutschland 2018

z.B. ungeplante Anlagenstillstände. So vermeiden wir Ineffizienzen und Emissionen, die bei ungeplanten Abstellungen entstehen können. Die Verknüpfung von Produktions- und Geschäftsprozessen ermöglicht uns außerdem, schneller und besser Entscheidungen zu treffen und Ressourcen besser zu nutzen. Beispielsweise geht es bei der Anwendung „Predictive Maintenance“ um die Vorhersage des Funktionszustands von kritischen Anlagenteilen und Komponenten wie zum Beispiel Verdichter oder Wärmetauschern. Mit Hilfe von Sensoren werden Live-Daten über Betriebszustände ermittelt und mit einer speziellen Analyse-Software – unter Einbeziehung historischer Prozessdaten – modelliert und ausgewertet. Unser Ziel: die Vorhersage des optimalen Zeitpunkts für Instandhaltungsmaßnahmen. So können wir ungeplante Reparaturen und Ausfälle reduzieren, Anlagenteile länger nutzen und die Abstimmung von Instandhaltungs- und Produktionsprozessen optimieren. Im Steamcracker, in dem viele wichtige chemische Grundbausteine für die weitere Produktion bei BASF entstehen, erfassen mehrere Tausend Sensoren rund um die Uhr Prozessdaten wie etwa Druck und Temperatur: Diese werden mit einer Analyse-Software ausgewertet, um den optimalen Zeitpunkt für Wartungsmaßnahmen vorherzusagen. Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter Neue Technologien und Daten helfen uns dabei, unseren Zugang zu Märkten und die Zusammenarbeit mit Kunden zu verändern. Wir schaffen neue digitale Angebote und erschließen neue Kundengruppen. Derzeit haben wir 50 innovative digitale Geschäftsmodelle entwickelt. Beispielsweise können wir unsere Kunden im Gaswäschegeschäft mit der Online Plattform OASE connect unterstützen. Durch diesen verbesserten Service bieten wir unseren Kunden Zugriff auf wichtige Informationen in Echtzeit. Zu den Funktionalitäten gehört unter anderem eine Software, die unseren Kunden hilft, die optimale Einstellung für ihre Anlage zu finden und diese entsprechend zu steuern, so dass Energieaufwand und Emissionen zurück gehen. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz digitaler Technologien in der Wertschöpfungskette kommt aus der Tierhaltung. Das Ziel ist, Emissionen in Landwirtschaft und Tierhaltung zu reduzieren. Auch Verbraucher und Regulierungsbehörden setzen zunehmend klar definierte Nachhaltigkeitskriterien. BASF Corporation und das irische Technologie-Unternehmen arc-net setzen sich beispielsweise gemeinsam dafür ein, dass die Wertschöpfungskette in der Tierhaltung diesen Anforderungen gerecht werden kann. Sie erfassen und analysieren mithilfe der Blockchain-Technologie gemeinsam Nachhaltigkeitsparameter in der Tierhaltung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die BASF-Software AgBalance Livestock untersucht die Auswirkungen aller Eingangs- und Ausgangsgrößen der Produktion tierischer Proteine – und das über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: von Futtermitteln und der Mischfutterproduktion über die Tierhaltung und Düngewirtschaft bis hin zur Schlachtung. Durch die Kombination von AgBalance Livestock und der Blockchain-Technologie von arc-net lassen sich wertvolle Informationen zur Nachhaltigkeit sowie nachprüf bare Daten zur Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern gewinnen. Diese Informationen ergeben einen ökologischen Fußabdruck und ermöglichen lückenlose Transparenz und Nachverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. So wären Verbraucher in Zukunft in der Lage, fundierte Entscheidungen in Hinblick auf ihren Fleischkonsum zu treffen, indem sie den QR-Code auf der Verpackung scannen, der Informationen über Produktherkunft und Umweltbilanz liefert. Ausblick Chancen für die Digitalisierung finden sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien und Modelle werden wir in Zukunft noch schneller nachhaltige Lösungen entwickeln, unsere Produktion sicherer, effizienter und ressourcenschonender gestalten sowie transparenter mit unseren Kunden kommunizieren. globalcompact Deutschland 2018 35

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